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Matthias Leupold Einzelfotos 2005-2010
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"Die Schönheit steht nicht höher als die anderen Ideen, aber sie leuchtet durch das Auge, den hellsten unserer Sinne, heller als alle anderen Urbilder durch die Körperlichkeit." Plato 1)

 

Matthias Leupold:

Auszug aus einer Vorlesung 2008:

Die inszenierte oder für mich zutreffender als "szenische Fotografie" bezeichnete Methode dient der Umsetzung meiner künstlerischen Intentionen. Geschehenes, Erlebtes oder bereits Formuliertes erfahren durch das technische Medium Fotografie ihre Fixierung, Transformation oder Katharsis. Ich bediene mich für die Bildfindung verschiedener zeitlicher Ebenen: der Reflektion aktueller Geschehnisse und der Reinszenierung historischer Vorlagen. Die Bildvorgaben der realen Welt und deren reine Dokumentation haben mir fast nie genügt. Im Sinne einer Schaubühne boten sich Naturlandschaften, urbane Plätze und Interieurs als "Spielräume" an, die ich in Zusammenarbeit mit Laien, Fotomodellen und Schauspielern interpretiere. Der Kooperation gehen oft wochenlange intensive Gespräche voraus, und als Ergebnis der Dramatisierung und Verdichtung steht die individuelle Ausleuchtung der Persönlichkeit im artifiziellen Arrangement. Inspiration erfahre ich durch die "unerhörte Begebenheit", den genius loci und dem Beobachten menschlicher Beziehungen. Ebensowenig wie ich zufälliger Augen- oder Zeitzeuge war, darf sich der Betrachter des Geschauten sicher sein. Dennoch wird er nicht auf Distanz gehalten, sondern erlangt emotionale Teilhabe, sogar das Gefühl physischer Präsenz und erfährt sich damit als Part meiner künstlerischen Arbeit.

 

1) in Lion Feuchtwanger "Die Jüdin von Toledo" S. 365 Aufbauverlag 1. Auflage 1979