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Matthias Leupold Die Schönheit der Frauen

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Die Schönheit der Frauen. 1995
Photographische Freilichtstudien

"Jede Epoche hat einen toten Winkel, der sie das Lächerliche ihres Treibens, das Zeitverhaftete, das unfreiwillig Komische nicht sehen läßt. Leupold hat die Begabung, das Stativ seiner Kamera in eben jenen toten Winkel zu stellen und all das Übertriebene, Verrutschte und Verunglückte ja vielleicht Verlogene zu zeigen, das dazumal den Zeitgenossen verborgen blieb. Die Posen und dazugehörigen Texte eines Aktfotobandes, ursprünglich für junge Maler und Bildhauer der Jahrhundertwende gedacht, lieferten die Vorlagen für Leupolds Auseinandersetzung mit dem Schönheitsideal der Jahrhundertwende." mehr

Quelle: Karl Corino, Das Tanzen in Ketten

38 Barytvergrößerungen bis 18 x 24 cm. Fotografische Sammlung Staatliche Galerie Moritzburg

“U. fühlte sich sofort an alte Photographien oder an schöne Frauen in verschollenen Jahrgängen deutscher Familienblätter erinnert, und während er sich in das Gesicht dieser Frau hineindachte, bemerkte er darin eine ganze Menge kleiner Züge, die gar nicht wirklich sein konnten und doch dieses Gesicht ausmachten. Es gibt natürlich zu allen Zeiten alle Arten von Antlitzen; aber je eine wird vom Zeitgeschmack emporgehoben und zu Glück und Schönheit gemacht, während alle anderen Gesichter sich dann diesem anzugleichen suchen; und selbst Hässlichen gelingt das ungefähr, mit Hilfe von Frisur und Mode, und nur jenen zu seltsamen Erfolgen geborenen Gesichtern gelingt es niemals, in denen sich das königliche und vertriebene Schönheitsideal einer früheren Zeit ohne Zugeständnisse ausspricht.”

Robert Musil,
Der Mann ohne Eigenschaften (I,1930)

 

Fotografie Ateliersituation bei der Produktion 1995, Berlin, Künstlerbahnhof Westend: Dietmar Fleischer