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Matthias Leupold Staged Photographs

Matthias Leupold ist seit 1985 in Berlin als freischaffender Fotokünstler tätig. Sein Hauptinteresse galt der künstlerische, insbesondere der szenischen Fotografie. Seit mehr als 35 Jahren stellt Leupold seine inszenierten Fotografien international aus, war Teilnehmer von Ausstellungen in der Berliner Nationalgalerie und der Akademie der Künste und hatte Einzelausstellungen z.B. im Bauhaus Dessau und der Villa Massimo in Rom. Die Fotoserien werden in mehreren öffentlichen Archiven, z.B. der Fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie aufbewahrt.

Galerievertretung: Photo Edition Berlin.

Leupold studierte Ende der achtziger Jahre an der Universität der Künste, Berlin, Visuelle Kommunikation mit den Abschlüssen Diplom-Designer und Meisterschüler und lehrt heute in Berlin als Professor für künstlerischen Dokumentarfilm und Fotografie an der UE-Berlin.

Seit 2012 setzt sich Leupold mit dem Mittel des epischen Dokumentarfilmes mit brisanten Themen der Gegenwart auseinander und veröffentlichte bisher vier gesellschaftlich engagierte Filmprojekte. Diese Filme wurden international auf zahlreichen Festivals in Asien, Europa und den USA gezeigt, z.B. in der Deutschen Welle ausgestrahlt und Lighter than Orange-The Legacy of Dioxin in Vietnam erhielt in New York Grand Prize Documentary Feature Award of SR - Socially Relevant Film Festival New York. siehe auch: LEUPOLD FILM PRODUCTION BERLIN

Matthias Leupold has been working as a freelance photo artist in Berlin since 1985. His main interest was artistic photography, especially scenic photography. For more than 35 years Leupold has exhibited his staged photographs internationally, participated in exhibitions at the Berlin National Gallery and the Academy of the Arts, and had solo exhibitions at the Bauhaus Dessau and the Villa Massimo in Rome. The photo series are kept in several public archives, e.g. the Photographic Collection of the Berlinische Galerie.

Gallery representation: Photo Edition Berlin.

Leupold studied visual communication at the end of the eighties at the University of the Arts in Berlin, graduating as a designer and master pupil. Today he teaches in Berlin as professor for artistic documentary film and photography at UE-Berlin.

Since 2012, Leupold use the medium of epic documentary film to explore explosive contemporary themes and has published four socially committed film projects to date. These films have been shown internationally at numerous festivals in Asia, Europe and the USA, e.g. in Deutsche Welle and Lighter than Orange-The Legacy of Dioxin in Vietnam received the Grand Prize Documentary Feature Award of SR - Socially Relevant Film Festival New York.

see also LEUPOLD FILM PRODUCTION BERLIN

30.11.2013 // Deutsche Fotografische Akademie, Museum für Fotografie - Deichtorhallen Hamburg:

Tagungsbeitrag Matthias Leupold – Von der szenischen Fotografie zum Dokumentarfilm, DE 33 min

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Artist Statement Englisch Deutsch
Staged photography is a tool to realize my artistic intentions. The technical medium photography allows to either fixate or transform past, present or already enunciated situations. Concerning that, my photography envelops many different historical aspects: the reflection of present happenings and the re-staging of historical references. Actors and models are placed in various landscapes or urban ex- and interiors, which I interpret to be "playgrounds" or stages for my photography. My inspiration is fed by the "outrageous occurence", the genius loci and by the observation of human interaction.
Subject matters such as loneliness, vulnerability, injury and dissipation are taken on in tableaus or single photographs.

The fundamentals of Leupold's artistic photographics works
In his photographic series, Leupold investigates the manifestation and the social ties of various picture groups. "Appearance and being, realism and illusion become conceptually mixed up for the viewer. What should he believe? What is considered acceptable?" This quote by the german publicist Enno Kaufhold displays the diversity of Leupolds artistic creations, which are thematically tied to the german politcal system of the twentieth century. In particular, the differences between the social and art worlds of the GDR and the FRG.

Groups of Work
Female Beauty – Studies of the Open-Air, Berlin 1995
A book of photographic nudes provided the pattern for Leupold's analysis of the beauty ideal around the turn of the 20th century. In juxtaposition to this time, Leupold's multiple body depictions and poses allow the women the worth and space to show their individual beauty, independent from the social and historical criteria.

Leupolds Allotment – Collector's Photographs in Memory of a German Family Magazine, Berlin 1994
The magazin Deutsche Gartenlaube (German Allotment) represents the starting point for Leupold's series. In an amusing way, the photographer concerns himself with the image of woman around the turn of the century in this sequence. The photographs lampoon the ideological content of the much-read magazine and its notions of the bourgeois "lady" – couched in instructions for everyday behaviour.

Flag Raising Ceremony – Staged Photographs to The Third German Art Exhibition in Dresden 1953, Berlin 1988/89
Few other exhibitions could demonstrate the onset of wide-scale conditioning within the pictorial world in the eastern part of Germany as well as The Third German Exhibition in Dresden 1953. Using the playful means of photographic staging, Leupold conceived his own visual criticism of selected paintings and sculptures.

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Artist Statement deutsch
Fotografie und Film faszinieren Matthias Leupold gleichermaßen. Folgerichtig ist die szenische Fotografie sein Ausdrucksmittel. In seinen seriellen Arbeiten geht Leupold Erscheinungsformen von Bildgruppen und deren gesellschaftlichen Bezügen auf den Grund. 1988/89 begann er, die III. Deutsche Kunstausstellung – Dresden, 1953 künstlerisch zu analysieren. Dabei wurden Bilder dieses strikten Beginns der Formalismus-Debatte aufgegriffen und fotografisch re-inszeniert. In einer weiteren schwarz/weißen Bildfolge wurde der Ideologiegehalt von Bildmaterial der deutschen Zeitschrift „Die Gartenlaube“ um 1911/12 untersucht.

Neben seinen Serien fotografiert Leupold zahlreiche Einzelbilder und Tableaux. Schauspieler, Modelle und Laien erspielen vor seiner Kamera Inszenierungen für fotografische Bilder, in denen sowohl persönliche und gesellschaftlich relevante Themen wie Einsamkeit, Stagnation, Heimkehr, Schutzbedürftigkeit, Verletzung, Überfluss und Verschwendung als auch tagesaktuelle Ereignisse und Beobachtungen verdichtet und visuell reflektiert werden und von denen einige bis heute als Bildikonen der achtziger Jahre in Ostberlin gelten können (Präsentation "Übergangsgesellschaft–Portraits und Szenen 1980-1990" der Berliner Akademie der Künste 2009). Werke von Michelangelo, Hans Baldung Grien und Cranach d. Ä. und Michael Erhardt waren besonders inspirierend für seine frühen Arbeiten. Mehrere Fotografien stellen einen inhaltlichen Bezug zu dem Roman von Robert Musil „Der Mann ohne Eigenschaften“ her.

Von 1997-98 hielt sich Matthias Leupold als einer der ersten deutschen Fotokünstler in der Deutschen Akademie Villa Massimo DEUTSCHEN AKADEMIE VILLA MASSIMO in Rom auf. Die in Italien entstandenen meist farbigen Aufnahmen sind geprägt von herausragenden Kunstwerken der italienischen Renaissance und dem Eindruck südlichen Lichtes.

Der Fotokünstler Matthias Leupold vertritt eine singuläre Position in der Kunst-Landschaft. Dies kam unter anderem in seinen Ausstellungsbeteiligungen "Kunst der DDR" in der Berliner Nationalgalerie 2003 und "Berlin-Moskau/Moskau-Berlin" in Moskau 2004 zum Ausdruck. „Was er sich erarbeitet hat und was seine Fotokunst ausmacht, versucht man zusammenzufassen in drei polaren Spannungen zwischen Statik und Dynamik, zwischen Kontemplation und Narration, zwischen Scherz und Symbol. In den Bildern fallen diese Dimensionen und Kategorien nicht auseinander, sondern verschmelzen teilweise oder ganz.“ (Zitat T.O. Immisch, Leiter der Fotografischen Sammlung der Stiftung Moritzburg Halle – Essay in „Die Vergangenheit hat erst begonnen“ Schadenverlag Köln, 2003)

Prof. Dr. Ulrich Eckhardt, 1973-2001 Intendant der Berliner Festspiele: "Leupolds Fotokunst bedarf nicht der Beschreibung; sie erschliesst sich durch genaues Hineinblicken jedes Einzelnen – eine Schule des Sehens, die Einblicke in Zusammenhänge anbietet. Ganze Geschichten sind fokussiert in dem einen alles bündelnden Schlüsselbild, von dem aus eine Erzählung rückwärts und vorwärts lesbar ist – ein Spiel mit unserer Assoziationsfähigkeit – eine Probe auf unser Wahrnehmungsvermögen. Leupold ist Autor, Regisseur, Ausstatter, Dokumentarist – scheinbar affirmativ und konservierend, in Wahrheit jedoch kritisch reflektierend und zum Weiterdenken auffordernd..." (aus der Laudatio zur Eröffnung der Ausstellung DIE VERGANGENHEIT HAT ERST BEGONNEN im Kunst- und Medienzentrum, in Berlin-Adlershof 2003)

Karl Corino, 1985-2002 Leiter der Abteilung Literatur im Hessischen Rundfunk und Verfasser einer umfassenden Musil-Biografie: "Jede Epoche hat einen toten Winkel, der sie das Lächerliche ihres Treibens, das Zeitverhaftete, das unfreiwillig Komische nicht sehen lässt. Leupold hat die Begabung, das Stativ seiner Kamera in eben jenen toten Winkel zu stellen und all das Übertriebene, Verrutschte und Verunglückte ja vielleicht Verlogene zu zeigen, das dazumal den Zeitgenossen verborgen blieb. Die Posen und dazugehörigen Texte eines Aktfotobandes, ursprünglich für junge Maler und Bildhauer der Jahrhundertwende gedacht, lieferten die Vorlagen für Leupolds Auseinandersetzung mit dem Schönheitsideal der Jahrhundertwende." (Essay in "Die Schönheit der Frauen – Photographische Freilichtstudien" Connewitzer Verlagsbuchhandlung Leipzig 1995)

Enno Kaufhold, Fotohistoriker, Berlin: „Unverkennbar haben Matthias Leupolds Bilder etwas mit Simulation zu tun und insofern liegt er mit seinen Inszenierungen im Trend; und ganz fraglos interessiert er sich besonders für die medialen Brücken zwischen individueller Erkenntnisfähigkeit und den globalen Realitäten... Anders jedoch als die Mehrzahl der inszenierenden und konstruierenden Bildmeister mit ihren Fantasiegebilden kreiert er reelle fotografische Bilder real existierender Realität, historischer wie aktueller. Denn nach wie vor werden wir mit Bildern, vornehmlich fotografierten und heute mehr noch elektronischen auf dem Kurs der Konformität gehalten. Was die neuen Systeme kollektiv und digital generieren (angepaßt), bewältigt Matthias Leupold individuell mit der Kamera (kritisch), als Kunstform. Diese ist zwar nicht so marktschreierisch effektvoll, dafür aber aufrichtig und stimmig.“ (M. L.–Fiktive Bilder als Realität höherer Ordnung in Photonews, Hamburg 4/1994)

Matthias Leupold, hat bisher vier Dokumentarfilme in Vietnam, Rumänien, in der Schweiz und im Libanon realisiert, die sich mit brisanten Themen der Gegenwart auseinandersetzen: Die Hinterlassenschaft dioxinhaltiger Herbizide aus dem  Vietnamkrieg, ein von Europa vergessenes Dorf in der Norddobrudscha-Rumänien, im Bekaaltal ausharrende syrische Flüchtlinge, welche seit Jahren unter desolaten Bedingungen auf das Ende des Bürgerkrieges warten. Zu den Film und Fotografie-Förderern gehörten bisher u.a. Goetheinstitut Hanoi, ifa-Institut für Auslandbeziehungen Berlin, Stiftung Umverteilen, Däster-Schild-Stiftung, Berliner Senat für Kulturelle Angelegenheiten, Ernst-Göhner-Stiftung, Schweizerische Botschaft in Berlin, Hamburger Stiftung Asienbrücke u.v.a.

Alexio Amoriello, New York Independet Documentary Film Festival 2015 Review: Nevertheless, Lighter than Orangeem> is more than just a documentary about a pertinent and important topic; it is also an incredibly well made and beautiful film. Leupold’s documentary is expertly edited and the cinematography is utterly breathtaking. Lighter than Orange is unlike any other documentary about the Vietnam War and should be considered mandatory viewing when learning about this subject. Moreover, Lighter than Orange is an extraordinarily genuine and enlightening work of art.

M. Leupold ist Mit-Gründer der Berliner Design-Hochschule BTK, www.btk-fh.de und hat diese von 2007-14 als Rektor mit aufgebaut. Im Rahmen seiner Professur an der University of Applied Sciences Europe, Berlin im Art&Design Department betreut er seit 2007 internationale Studierende in den Wissensgebieten Dokumentarfilm und Fotografie. Matthias Leupold betreibt in Berlin sein Atelier für Fotografie und die LEUPOLD FILM PRODUCTION BERLIN.